Gemeingold Boden

Eine kuratierte Raumintervention im Rahmen der Tagung „Gemeingut Boden“ an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter, 04.-06.10.2019.

Prof. Willem-Jan Beeren, Miriam Hamel, Gabriel Cruz

Kies (mhd. kis, grobkörniger Sand): Ein Lockergesteinsboden, nach DIN 4022 mit Korndurchmesser zwischen 2 und 63mm. Verschiedene Kornformen möglich, je nach Entstehungsprozess rund (als Boden- oder Schleppfracht in Bächen und Flüssen) oder scharfkantig (aus Brechanlagen). Als Zuschlagstoff in Beton neben Sand weltweit der nachgefragteste Massenrohstoff. Der Abbau erfolgt in Kiesgruben gegen Gebühr über Konzessionen, d.h. durch behördliche Verleihung eines Nutzungsrechtes am Gemeingut. Zurück bleiben Löcher im Boden.

Gold (indogermanisch ghel, glänzend, gelb): Chemisches Element mit der Ordnungszahl 79 und Lebensmittelzusatzstoff E175. Eines der ersten Metalle, die Menschen verarbeitet haben (älteste Funde: ca. 4.600 v. Chr.). In vielen Kulturen und Zeitaltern Sinnbild für Reichtum und Spiritualität. Grund zahlloser Kriege, politischer und wirtschaftlicher Krisen. Der durchschnittliche Goldgehalt abgebauter Erze liegt mittlerweile unter 5 g/t.

Kuratieren (lat. curare, pflegen, hegen, umsorgen): Gemeinsam Sorge tragen für den Wert des Bodens. Kies zu Gold.

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